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Ned Beauman stammt aus einer Verlegerfamilie, sein zweiter Roman ist höchst amüsant zu lesen und gleichzeitig kunstvoll entworfen als innerliterarisch-philosophisches Vexierspiel. Der Antiheld Egon Loeser durchstreift das Berlin der dreißiger Jahre auf den Spuren seiner unerwiderten Liebe Adele Hitler (der Name tut absolut nichts zur Sache), die mit allen schläft nur nicht mit ihm, und er quält sich mit dem eben erschienenen Roman Berlin Alexanderplatz, in dem übrigens der Name Loeser mehrfach erwähnt wird. Später folgt er Adele nach Paris und in der zweiten Hälfte des Buches nach Los Angeles. Es geht um Teleportation und zuletzt endet der Roman mit fünf verschiedenen Schlüssen in unterschiedlichen historischen Epochen. Doch wichtiger als die durchwegs raffinierten und sogar von Echsen besiedelten Schlüsse ist der Weg dorthin, auf dem der Loser Loeser mit einer großen Anzahl skurriler Figuren und Situationen zurechtkommen muss, immer verfolgt vom ungeheuer erfolgreichen Bertolt Brecht. Der Autor Beauman ist ein sprachphilosophisch geschulter Teufelskerl, der auf seinem Weblog schon einmal die Struktur eines berühmten Gedankenexperiments der analytischen Philosophie in einem Kapitel von Marcel Prousts Suche nach der verlorenen Zeit aufspürt. In seinem eigenen Roman gibt es eine Reihe gedanklich exquisiter Mikroerzählungen, die wohl ihrerseits genug Material für http://markets.financialcontent.com/mi.elnuevo/news/read/35644596 philosophische Seminararbeiten hergeben würden: Da ist der reiche Unternehmer (Autolacke, aber gern in Zukunft auch die Lackierung luxuriöser Teleportationsmaschinen), der nicht nur gegen die gefährlich kommunistische Idee eines Straßenbahnsystems für Los Angeles intrigiert, sondern auch an einer fortschreitenden Krankheit namens “Ontologische Agnosie” leidet, die es ihm zunehmend unmöglich macht, Gegenstände von deren symbolischer Repräsentation zu unterschieden. Oder der amerikanisch-stämmige Bohemien in Paris, dessen Verlobung auf eine wohl unübertreffbar ehrlose Weise endete, die jeden Leser von Beaumans Buch noch eine Weile in Alpträumen verfolgen wird. Viel mehr darf hier nicht verraten werden, doch die große Wirkung dieses Buchs ergibt sich wie bei Dehnels Saturn aus einem hohen vordergründigen Unterhaltungswert &#